Der Storch wird in Märchen und Fabeln bei Germanen und Deutschen als Adebar bezeichnet. Häufig wird die alte bürgerliche Anrede Meister (modern: Herr) verwendet und der Storch wird als Meister Adebar angesprochen.
Der Storch gilt als Götterbote der germanischen Erdgöttin Holda. Er holte auf ihre Anweisungen Neugeborene aus der Quelle des Lebens und überbrachte sie den werdenden Eltern.
In Deutschland und den angrenzenden Ländern gilt der Storch als Symbol von Fruchtbarkeit, Glück und Wohlstand. Außerdem tritt der Storch nicht als Nahrungskonkurrent für den Menschen in Erscheinung. Ganz im Gegenteil: er vernichtet seit jeher Schlangen, Eidechsen und Frösche.
Es gibt verschiedene Legenden über den Storch als Glücksbringer:
- Das Nest eines Storchs auf dem Dach soll davor schützen, dass der Blitz einschlägt.
- Ein Storch auf dem Dach soll Wohlstand und Glück für die Menschenbringen, die unter diesem Dach lebten.
- Sieht eine Frau einen Storch fliegen, wird sie bald heiraten. Sieht sie ihn jedoch nur auf der Erde laufen, wird sie nur zu einer Hochzeit eingeladen.
- Wünscht sich eine Frau ein Baby und auf ihrem Dach nistet ein Storch, legt sie ihm ein Stück Zucker auf die Fensterbank, um ihn damit gnädig zu stimmen.
- Wenn einmal Störche auf einem Dach genistet haben, durfte man sie auf keinen Fall stören, denn gilt es als großes Unglück, wenn sie von dort vertrieben wurden oder nicht mehr zurück kamen.
- Einem Storch Schmerz oder anderes Leid zuzufügen, seine Eier zu stehlen oder sein Fleisch zu essen galt noch in christlichen Zeiten als großer Frevel.
