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Delphine - Engel und Heiler der Meere

Viele Menschen fühlen sich wie magisch von Delphinen angezogen. Er ist ein Heiler aus der Tiefe und kann wahre Wunder vollbringen. Der Delphin verbringt seine Tage in kreativer Verspieltheit. Er ist neugierig, ausgesprochen intelligent und kontaktfreudig uns Menschen gegenüber. Er lebt in einem Familienverband und sein soziales Verhalten bewerten wir Menschen als beispielhaft für uns selbst: voll gegenseitiger Verantwortung und Hilfsbereitschaft - und ohne Gewalt oder Herrschaftsanspruch.
Im Altertum galt der Delphin als gottähnlich. In der heutigen Zeit ist er zum Kulttier geworden, das eine friedliche und freudvolle Zukunftsmöglichkeit verkörpert.



Aber warum lieben und verehren wir die Delphine nun? Warum können Sie uns heilen? Und das ist wissenschaftlich bewiesen ...

Wenn wir uns rein physikalisch mit den Delphinen vergleichen, dann stellen wir fest, dass es einige Ähnlichkeiten gibt. Die Körpertemperatur der Delphine und Menschen identisch ist. Das Gehirn des Grossen Tümmlers kann bis zu 1,5 Kilo wiegen (das des Menschen wiegt 1,4 Kilo). Delphine können wie Papageien lernen, Worte auszusprechen - und sie scheinen zu wissen, was sie sagen. Delphine können mit ihrem Sonar physische Veränderungen im Körper eines Menschen wahrnehmen, wie beispielsweise Krebstumore oder ein sich in der Gebärmutter entwickelndes Baby. Delphine sind aber auch besonders empfänglich für subtilere Unterschiede, wie geistige Zurückgebliebenheit, Autismus, Depression, Verzweiflung und emotionale Instabilität. Sie können Menschen aus emotionalen und geistigen Krisen zu befreien. Sie lindern Unruhe und Furcht in kranken Erwachsenen, geben kranken und behinderten Kindern Freunde und Ermutigung und erhöhen sogar die Lernfähigkeit Zurückgebliebener.

Aber auch für ganz normale Menschen sind Begegnungen mit Delphinen ein Erlebnis, das Erwachsene und Kinder gleichermaßen beeindruckt. Meine Tochter spricht noch nach über 12 Jahren von ihrer Begegnung mit einem Delphin und dass sie einen Delphin streicheln durfte. Leider fand diese Begegnung in einem Delphinarium statt, aber der Zauber war dennoch enorm. Auch heute noch ist dieser Augenblick für sie unvergesslich (sie war damals vier Jahre alt). Welche Auswirkung muss das erst das Schwimmen mit Delphinen auf die menschliche Psyche haben?





Der nachstehende Artikel stammt aus der Zeitschrift "Das Tier" Ausgabe 11/99 und wurde geschrieben von: Gabriele Müller-Jensen

Wir lieben sie und bewundern sie. Wir stecken sie in Gefängnisse und wir töten sie. Menschen und Delphine: die unendliche Geschichte von Liebe und Leid.
Delphin und Mensch - eine jahrtausendealte Freundschaft.


"Ein Mann namens Koiranos begegnete mehreren Fischern, die sich anschickten, einen Delphin zu töten, der sich in ihrem Netz verfangen hatte. Koiranes überredete sie, davon abzulassen und übergab den Delphin, nachdem er die Fischer mit Geld entschädigt hatte, wieder seinem Element. Kurze Zeit später erlitt das Schiff, auf dem er fuhr, vor Mykonos, einer Insel im Westen, Schiffbruch und Koiranes war der Einzige, der die Katastrophe überlebte - er wurde durch einen Delphin gerettet."

So berichtet eine alte griechische Überlieferung. Ähnliche Geschichten kennen wir auch von den Römern und Polynesiern und bis in unsere Tage fehlt es nicht an Meldungen über Delphine, die Menschen aus Seenot retteten. Mit den Delphinen verbindet den Menschen von jeher ein ganz anderes Verhältnis als mit den Großwalen, die in Mythos und Legende eher mit Horror-Stories belegt werden - man denke nur an die Bibelgeschichte des Propheten Jona oder an Herman Melvilles Meisterwerk vom Wal aller Wale: Moby Dick.

Delphine galten den Schriftstellern und Dichtern der alten Mittelmeerkulturen als heilig und bis heute sind die liebenswerten Helfer auf See Symbol der Lebenskraft des Meeres. Delphine gelten nicht nur als Retter, sondern auch als Spielgefährten: Im neuseeländischen Auckland steht ein Denkmal zur Erinnerung an das Großtümmlerweibchen "Opo", das 1955 erstmals an den Strand kam, um mit den Badegästen zu spielen. Der Mensch bewundert Delphine: Stundenlang können sie ihrem Spieltrieb freien Lauf lassen, wenn sie Schiffe begleiten, auf der Druckwelle des Bugs mitreiten und die Zuschauer mit rasanten Sprints und eleganten Sprüngen erfreuen.

Perfekte Stromlinienform und besondere Hautstrukturen sorgen für nahezu reibungsloses Gleiten durchs Wasser. Delphine sind auch Fischers Freunde: Es sind zahlreiche Szenen überliefert, in denen die Wundertiere der Ozeane mit Eingeborenen "zusammenarbeiten", um ihnen Fischschwärme ins Netz zu treiben. Delphine als Freunde der Menschen: kein Mythos! Die Bereitschaft zur Hilfe und Kooperation erklärt sich aus dem Sozialverhalten: Verunglückt oder erkrankt ein Mitglied einer Delphingruppe, kommen ihm Artgenossen zur Hilfe und bugsieren es zur rettenden Wasseroberfläche. "Hebammen" geben Neugeborenen so lange Hilfestellung, bis sie selbst sicher schwimmen können. Woher wissen Delphine, wann ein Mensch Hilfe braucht? Oder dass er auf Fischfang aus ist?

Mitverantwortlich für komplexes Sozialverhalten und die extreme Lernfähigkeit, seit Fernsehstar "Flipper" jedermann bekannt, ist sicher das ungewöhnlich große und hoch entwickelte Gehirn der Delphine. Speziell das Großhirn ist im Entwicklungsstand mit dem von Menschenaffen vergleichbar. Die außerordentliche Hirnentfaltung der Meeressäuger bringen Hirnforscher in Verbindung mit der unvorstellbar feinsinnigen akustischen Orientierung und Kommunikation der Delphine. Mit ihrer dreidimensionalen Echopeilung können sie sich nicht nur ein perfektes Bild ihrer Umgebung machen, sondern auch zwischen leckeren und weniger schmackhaften Beutefischen unterscheiden, genauso wie zwischen Freund und Feind.

Ob Delphine "Verstand" haben, wie "intelligent" sie sind, können wir nicht beurteilen. Ebenso falsch wäre es, aus ihrer "lächelnden" Mimik zu schließen, dass sie stets freundlich sind. Der amerikanische Delphinforscher John Lilly ist überzeugt davon, dass "Delphine wahrscheinlich ebenso flexibel, erziehbar und intelligent wie wir" sind. Doch für die sichere Beurteilung dieser Fähigkeiten fehlt uns das Entscheidende: Die "Delphin-Sprache" hat der Mensch noch nicht gelernt.

Unbestritten: Delphine sind faszinierende Geschöpfe, Tiere, die uns Hochachtung und Respekt abverlangen. Umso paradoxer mutet es an, dass wir diese Lebewesen töten oder lebenslang in Gefängnisse stecken. Vor allem die Fischer in Japan und Russland haben ihnen als Konkurrenten um die Fische den Krieg erklärt. Auch unbeabsichtigt müssen Tausende der Meeressäuger ihr Leben lassen: Sie landen als Beifang in den Netzen der Thunfischfänger und in riesigen Treibnetzen. Erst kürzlich wurden die seit 1992 geltenden strengen US-Anforderungen für "delphinsicheren" Thunfischs auf Druck von Mexiko und anderer lateinamerikanischer Thunfischfang-Nationen gelockert.

Die Verschmutzung durch Schadstoffe und Industrieabfälle macht die Situation für die Wundertiere der Meere nicht rosiger. Unser Umgang mit den Delphinen ist ein Symbol für den Umgang des Menschen mit der Natur: Ausbeutung und Ausrottung aus kurzsichtiger Gewinnsucht! Dazu gehört auch, dass wir Delphine lebenslang einsperren und sie fürs Showgeschäft missbrauchen. Die Engländer haben es uns vorgemacht: Von mindestens 30 Delphinarien in den 70er Jahren existiert heute kein einziges mehr - dank der Aufklärungs-Arbeit von Tierschützern. Drei ehemalige Tiere aus britischen Delphinarien - Rocky, Missie und Silver - wurden in der Karibik erfolgreich ausgewildert, nachdem man sie sorgfältig auf ihre Freiheit vorbereitet hatte.

Doch das Ende der Delphinarien ist noch nicht in Sicht: Momentan boomt die Branche in Südeuropa.
Für eine ganz andere Haltung von Delphinen entschieden sich vor knapp 10 Jahren der israelische Biologe Roni Zilber und seine Frau Maya: Im Golf von Akaba bei Eilat schufen sie vor 10 Jahren das "Dolphin Reef", mit über 14.000 Quadratmetern etwa 100x so groß wie jede andere Delphinanlage. Statt steriler Betonwände begrenzen grobmaschige Netze das Areal und bieten sechs Delphinen und zwei dort geborenen Jungtieren idealen Lebensraum. Hier können sich die Delphine nach Herzenslust austoben und bei Bedarf auch aus dem Weg schwimmen.

Im Rahmen einer Trainings-Show wird ihnen viermal täglich ausgewähltes Fischfutter angeboten. Die Delphine sind nicht gezwungen, daran teilzunehmen - sie können auch in eigener Regie Fische fangen. Vor ein paar Monaten wurde ein Tor in der Umgrenzung geöffnet - das Dolpin Reef ist jetzt auch bereit, Delphine auszuwildern. Es macht Wissenschaftlern Verhaltensstudien an Delpinen in naturnaher Umgebung möglich und ist eine Attraktion für Touristen. Das Geld aus dem Tourismus wird für Forschungszwecke genutzt. Gegen Gebühr kann eine begrenzte Anzahl von Besuchern die Trainer auf die Vorführ-Plattform begleiten und sogar mit den Delphinen schwimmen.

Dolphin Reef:
eine völlig neue Begegnungsstätte für Mensch und Delphin - und offensichtlich haben beide Seiten Gefallen daran. Die Delphine sind mehr als nur friedfertige Muntermacher. Sie machen auch Mut: Das Delphin-Riff bei Eilat verzeichnet große Erfolge bei der sogenannten Delphin-Therapie. Der direkte Kontakt mit den liebenswerten Meeressäugern kann helfen körperliche und geistige Gebrechen zu lindern. Wal-Expertin Petra Deimer, Vorsitzende der Hamburger Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere, in ihrer Beurteilung des Dolphin Reef: "Ich habe den Eindruck, dass in der in Eilat praktizierten Haltung durchaus eine Möglichkeit besteht, Delphine (in der Zukunft fast frei) zu halten."